Gemini App und Google Sites: Mini-Tools per Klick online
// kurz gesagt
Seit dem 19. Oktober 2026 kannst du interaktive Apps, die du in der Gemini-App gebaut hast, mit einem Klick nach Google Sites exportieren. Dort liegt die App als privater Entwurf, bleibt interaktiv und lässt sich wie jede andere Google-Site ergänzen, veröffentlichen und teilen. Das gilt für Workspace-Kunden, Workspace Individual und private Google-Konten. Eine neue Admin-Einstellung gibt es nicht, es gelten die bestehenden Regeln für Sites und Drive.
Was passiert ist
Google hat am 19. Oktober 2026 im Workspace-Updates-Blog angekündigt, dass sich interaktive Apps aus der Gemini-App direkt nach Google Sites exportieren lassen. Der Ablauf laut Google: Ein Klick, und die App landet in einem neuen, privaten Site-Entwurf. Sie bleibt dort voll interaktiv. Du kannst weitere Inhalte ergänzen, die Site veröffentlichen und sie teilen wie jede andere Google-Site.
Der Weg in der Gemini-App ist kurz: Bei der interaktiven App wählst du Export > Google Sites. Die App öffnet sich direkt in Google Sites als neuer Entwurf, fertig zum Bearbeiten und Veröffentlichen. Google betont, dass du dafür keinen Code kopieren und nichts neu bauen musst.
Für wen es gilt. Die Funktion ist laut Ankündigung verfügbar für Google-Workspace-Kunden, Workspace-Individual-Abonnenten und für Nutzer mit privatem Google-Konto, die Zugriff auf die Gemini-App haben. Sie ist ab sofort im Web, auf Android und auf iOS nutzbar, und zwar für Domains mit Rapid Release und mit Scheduled Release gleichzeitig. Das ist bei Workspace-Updates nicht selbstverständlich: Normalerweise bekommen Domains mit Scheduled Release neue Funktionen laut Google-Admin-Hilfe mindestens eine Woche nach Rapid Release.
Für Admins. Es gibt keine neue Admin-Einstellung. Nutzer können nur dann exportieren, wenn Google Sites für sie aktiviert ist und sie Sites erstellen und bearbeiten dürfen. Die so erstellten Sites folgen den bestehenden Richtlinien der Organisation für Google Sites und Google Drive. Wer Sites in seiner Firma abgeschaltet hat, bekommt die Funktion also nicht durch die Hintertür.
Was sind interaktive Apps in der Gemini-App?
Gemeint sind die Apps aus Canvas, dem Arbeitsbereich der Gemini-App. Google beschreibt Canvas auf der Produktseite so: Du beschreibst eine Idee, Canvas erzeugt den Code für eine teilbare App oder ein Spiel. Als Beispiele nennt Google unter anderem interaktive Quizze, Team-Dashboards für Kundenverwaltung oder Verkaufspipelines und Angebotsseiten mit Preisschieberegler, der Preise in Echtzeit berechnet.
Technisch steckt dahinter laut dem Google-Blog vom März 2025 generierter HTML- und React-Code, den du in Canvas direkt als Vorschau siehst und mit anderen teilen kannst. Genau diese Vorschau wandert jetzt nach Google Sites.
Canvas selbst ist laut Google für alle Gemini-Nutzer verfügbar, in allen Sprachen und Ländern, in denen es die Gemini-App gibt. Abonnenten von Google AI Pro und Google AI Ultra bekommen Canvas mit dem Modell Gemini 3 und einem Kontextfenster von 1 Million Tokens (Stand: Oktober 2026, laut Produktseite). Eine Einschränkung nennt Google auch: Textstil und Format lassen sich nur in der Gemini-Web-App am Desktop bearbeiten, nicht in der mobilen App.
Was es für dich bedeutet
Bisher war der Weg von einer Canvas-App zu einer eigenen Website ein Bruch: Code herauskopieren, irgendwo hosten, verlinken. Für Selbstständige ohne Programmierkenntnisse war das meist der Punkt, an dem das Projekt liegen blieb. Der Export nach Google Sites schließt diese Lücke mit Werkzeugen, die viele ohnehin im Google-Konto haben.
Was du damit konkret bauen kannst. Die Beispiele von Google passen gut zu kleinen Betrieben: ein Preisrechner mit Schieberegler für Kundenanfragen, ein Quiz zur Selbsteinschätzung vor einem Beratungsgespräch, ein kleines Dashboard für das Team. Alles, was in Canvas als Vorschau läuft, lässt sich jetzt als Seite veröffentlichen. Wie der Bau solcher Mini-Tools ohne Programmieren grundsätzlich funktioniert, habe ich im Ratgeber App selber erstellen: Was kostenlos geht und was nicht beschrieben.
Was beim Veröffentlichen zu beachten ist. Der Export erzeugt erst einmal nur einen privaten Entwurf. Online geht die Site laut Google-Sites-Hilfe erst, wenn du oben auf „Veröffentlichen“ klickst, eine Webadresse vergibst und unter „Teilen“ für die veröffentlichte Site entweder „Eingeschränkt“ oder „Öffentlich“ wählst. Eingeschränkt heißt: Nur bestimmte Personen oder Gruppen sehen die Seite. Das ist für interne Tools die sinnvolle Wahl. Die Option, Suchmaschinen auszuschließen, gibt es nur bei öffentlichen Sites, und Google nennt sie ausdrücklich eine Bitte ohne Garantie.
Eigene Domain. Wenn das Tool unter deiner Firmenadresse laufen soll, geht das. Laut Google-Hilfe kannst du bis zu fünf eigene Domains mit einer Site verbinden, aber nur als Eigentümer der Site. Die Site muss dafür öffentlich freigegeben sein, sonst leitet Google Besucher auf die sites.google.com-Adresse um. Die Verifizierung läuft über einen TXT-Eintrag aus der Search Console im DNS, Änderungen können bis zu 48 Stunden brauchen. Google warnt außerdem, dass Funktionen, die eine Anmeldung mit dem Google-Konto brauchen, unter einer eigenen Domain nicht funktionieren können.
Was Google nicht sagt. Die Ankündigung macht keine Angaben dazu, ob und wo eine exportierte App Daten speichert, die Nutzer eingeben. Ein Preisrechner, der nur im Browser rechnet, ist unkritisch. Ein Formular, das Anfragen sammeln soll, ist eine andere Sache. Prüfe vor dem Veröffentlichen, was mit Eingaben passiert, und kläre Impressum und Datenschutz wie bei jeder anderen Website. Wo kostenlose Website-Baukästen mit KI generell ihre Haken haben, steht im Ratgeber Website mit KI erstellen, kostenlos: Wo die Haken sind.
Für Teams mit Workspace. Weil es keinen neuen Admin-Schalter gibt, entscheidet die bestehende Sites-Freigabe darüber, wer exportieren darf. Wenn in deiner Firma morgen plötzlich Gemini-Apps als Sites auftauchen, liegt das nicht an einer neuen Einstellung, sondern daran, dass Sites schon frei war. Das ist ein guter Anlass, die Freigaben einmal anzuschauen.
Meine Einordnung aus der Praxis. Der Schritt ist klein, aber er trifft genau die Stelle, an der Nicht-Programmierer sonst hängen bleiben. Es ist dieselbe Bewegung wie bei Artifacts in Claude oder den Vorschauen in anderen Tools: Erst beschreiben, dann sehen, dann teilen. Was dabei fehlt, ist alles, was eine echte App über eine Vorschau hinaus braucht: Datenbank, Login, Zahlungen. Wer mehr als ein Mini-Tool will, braucht einen anderen Weg. Was dabei auf dich zukommt, steht in Wie erstelle ich eine App mit KI? Schritt für Schritt. Für den schnellen Rechner auf der eigenen Seite ist der Gemini-Export dagegen jetzt die einfachste Lösung, die ich kenne.
Quellen
- Google Workspace Updates, 19. Oktober 2026: Publish interactive apps from the Gemini app to Google Sites
- Google: Canvas in der Gemini-App, Produktseite (Stand: Oktober 2026)
- Google Blog, 18. März 2025: New ways to collaborate and get creative with Gemini
- Google-Sites-Hilfe: Site veröffentlichen und teilen
- Google-Sites-Hilfe: Eigene Domain für die Site verwenden
- Google-Workspace-Admin-Hilfe: Choose when users get new features
Häufige Fragen
Wie exportiere ich eine Gemini-App nach Google Sites?
In der Gemini-App wählst du bei deiner interaktiven App „Export“ und dann „Google Sites“. Die App öffnet sich direkt in Google Sites als neuer Entwurf, den du bearbeiten und veröffentlichen kannst.
Brauche ich ein bezahltes Google-Konto für den Export?
Nein. Laut Google ist der Export für Workspace-Kunden, Workspace-Individual-Abonnenten und für private Google-Konten mit Zugriff auf die Gemini-App verfügbar. Canvas selbst steht laut Google allen Gemini-Nutzern zur Verfügung; Google AI Pro und Ultra bekommen das stärkere Modell Gemini 3.
Kann ich die exportierte App unter meiner eigenen Domain veröffentlichen?
Ja, Google Sites erlaubt bis zu fünf eigene Domains pro Site. Die Site muss dafür öffentlich freigegeben sein, und nur der Eigentümer der Site kann die Domain verbinden. Änderungen können bis zu 48 Stunden dauern.
Was ist eine interaktive App in der Gemini-App überhaupt?
Das ist eine Web-App, die Gemini in Canvas aus deiner Beschreibung baut, etwa ein Quiz, ein Dashboard oder eine Angebotsseite mit Preisschieberegler. Technisch erzeugt Canvas dafür HTML- und React-Code, den du in der Vorschau direkt ausprobieren kannst.
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